EU verdonnert Google zu 2,95 Milliarden Euro Strafe

Nicht nur Apple steht unter Beschuss

Großes Google Logo in bunt.

Die Europäische Kommission hat Google eine saftige Geldbuße in Höhe von 2,95 Milliarden Euro aufgebrummt. Der Vorwurf: Der Tech-Konzern habe über Jahre hinweg seine marktbeherrschende Stellung im Bereich der Online-Werbetechnologie („Adtech“) missbraucht – zum Nachteil von Mitbewerbern, Werbetreibenden und Publishern.

So hat Google laut EU den Wettbewerb verzerrt

Google betreibt eigene Tools zur Schaltung und Vermittlung von Display-Werbung, unter anderem die Anzeigenbörse AdX, den Ad-Server DFP für Publisher sowie die Werbeplattformen Google Ads und DV360. Laut EU-Kommission hat Google diese Dienste systematisch bevorzugt:


  • AdX wurde beim Auswahlprozess im eigenen Ad-Server bevorzugt, unter anderem durch Zugriff auf Konkurrenzgebote, um eigene Angebote gezielt zu überbieten.
  • Die Werbeplattformen Google Ads und DV360 mieden bewusst konkurrierende Anzeigenbörsen und spielten Anzeigen fast ausschließlich über AdX aus.

Google AdTech im Detail.

Diese Selbstbevorzugung habe es Konkurrenten schwer gemacht, sich im Markt zu behaupten, so die Kommission. Gleichzeitig konnte Google durch seine Schlüsselrolle höhere Gebühren verlangen.

Google muss handeln

Die EU fordert, dass Google diese Praxis umgehend einstellt und Lösungen präsentiert, um Interessenkonflikte in der Adtech-Kette zu beseitigen. Google hat dafür 60 Tage Zeit. Falls keine überzeugenden Vorschläge kommen, könnte die Kommission weitere Maßnahmen ergreifen, etwa die Abspaltung einzelner Dienste.

Strafe mit Signalwirkung

Die Höhe der Strafe basiert auf dem Umsatz von Googles Werbegeschäft im Europäischen Wirtschaftsraum sowie der Schwere und Dauer des Verstoßes. Berücksichtigt wurde auch, dass Google bereits mehrfach wegen Wettbewerbsverstößen sanktioniert wurde.

Die Entscheidung fällt zudem kurz vor dem Start eines ähnlichen Verfahrens in den USA. Dort beginnt am 22. September 2025 ein Prozess, in dem ähnliche Vorwürfe auf dem Prüfstand stehen.

Mit der Rekordstrafe setzt die EU erneut ein klares Zeichen gegen Marktmissbrauch im Digitalbereich und Google steht nun unter Zugzwang, strukturelle Änderungen vorzunehmen.

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Seit 2010 als (Mit)-Gründer dabei, habe ich die zahlreichen Gerüchte rund um neue Apple-Produkte immer im Blick. Im Bereich Smart Home teste ich liebend gerne Saug- und Wischroboter, schaue mir HomeKit- und Matter-Gadgets an und fülle unsere Social Media-Kanäle bei Instagram, TikTok und Threads mit Leben.

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