Tado schränkt Nutzung über Home Assistant & Co ein

Starkes Nutzungslimit ohne Abo-Zahlung

9 Kommentare zu Tado schränkt Nutzung über Home Assistant & Co ein
Hinweis: Artikel enthält Affiliate-Links. Was ist das?

Tado Smartes Heizkörper-Thermostat X an einer Heizung

Ich verstehe bis heute leider nicht wirklich, was Tado sich bei seinen Entscheidungen der letzten Jahre gedacht hat. Man hat das beste Smart Home Thermostat aller Zeiten auf den Markt gebracht, erlaubt es den Nutzerinnen und Nutzern aber nicht, es gemeinsam mit den bisherigen Geräten zu nutzen. Auf der einen Seite setzt man mit Matter over Thread auf einen offenen Standard, auf der anderen Seite drängt man in der hauseigenen App zum Abschluss eines Abos.

Nachdem man vor einigen Monaten mit einer potenziellen Zwangsgebühr für die Nutzung der hauseigenen App experimentiert hat, die Pläne dann aber zum Glück verworfen hat, geht es nun mit der nächsten Geschichte weiter. Dieses Mal sind Personen betroffen, die die Geräte von Tado mit der beliebten Smart Home Plattform Home Assistant nutzen. Konkret geht es um die Begrenzung der bisher frei zur Verfügung stehenden Cloud-API, wie Tado auf Github erklärt.


Ein kleiner Teil der Nutzer verursacht hohe Serverkosten

Hintergrund ist, dass ein kleiner Teil der Nutzerinnen und Nutzer mit sehr vielen Anfragen überdurchschnittlich hohe Serverkosten verursacht. Bisher war die REST-API zwar nicht offiziell für Drittanbieter vorgesehen, wurde aber offen genutzt – etwa von Home Assistant oder von Anwendern mit eigenen Skripten. Künftig sollen einfache Abfragen wie Temperatur- oder Feuchtigkeitswerte möglichst lokal, etwa über HomeKit (für V3/V3+) oder Matter (für Tado X) erfolgen. Für komplexere Funktionen, die lokal nicht möglich sind – etwa die Steuerung von Warmwasser – bleibt die Cloud-API weiterhin verfügbar.

Genau hier kommt es nun für diejenigen, die zahlreiche Abfragen versenden, zu Einschränkungen. Ohne Auto-Assist-Abo sind 100 API-Requests pro Tag erlaubt, mit Abo bis zu 20.000. Die Umstellung erfolgt schrittweise über sechs Monate. Damit sollen Stabilität und Transparenz gewährleistet bleiben, ohne den Zugang für alle komplett einzuschränken. Parallel arbeitet Tado bereits mit den Home-Assistant-Entwicklern zusammen, um Lösungen für die Community zu finden und den Übergang so reibungslos wie möglich zu gestalten.

Für mich persönlich ist es schwer nachvollziehbar, wie viele Installationen von dieser neuen Einschränkung betroffen sind und wie die Zahl der Cloud-Abfragen möglicherweise gesenkt werden kann, ohne den Komfort einzuschränken. Dazu stecke ich in zu wenig in der Home Assistant Welt. Auch wenn die ganze Geschichte schon wieder einen seltsamen Beigeschmack hat, sollte es bei der „normalen“ Nutzung über die Tado-App und über Apple Home keine Einschränkungen geben.

[amazon bestseller=“tado x“ items=“3″ template=“list“]

Anzeige

Ich bin seit dem Start dieses Blogs im Jahr 2010 dabei und schreibe weiterhin gerne informative Artikel über Apps und Gadgets. Besonders freue ich mich neben neuen Smart Home Geräten auch immer wieder über kleine Spiele für iPhone und iPad, mit denen man sich die Zeit vertreiben kann.

Kommentare 9 Antworten

  1. Ich bin direkt betroffen. Ich habe ein recht umfangreiches Homekit / Home Assistant setup, ab einer bestimmten Größe kommt man aus meiner Sicht um HA nicht wirklich drumherum, gerade wenn man noch die PV integrieren will, etc.

    Ich habe mich damals für Tado wegen des Premium-Designs entschieden und relativ schnell festgestellt, dass ich mit Homekit an Grenzen stoße, z.B. wenn man die Thermostate abschalten möchte wenn man nicht zuhause ist. Hier lässt die Tado Homekit Integration leider keine Automatisierung zu. Ich vermute das ist bewusst so gemacht, um den Usern das Abo schlackhafter zu machen.

    Mit der HA Integration war das aber soweit möglich. Das geht jetzt nicht mehr.

    Für mich ist das mal wieder ein Beispiel, dass man durch Verwendung von Cloud Funktionen immer den Herstellern zuviel Kontrolle überlässt.

    Ich werde daher mein Tado Setup jetzt verkaufen (9 HK-Ventile + 9 Thermostate + Bridge) und auf ein Zigbee Produkt (Danfoss Ally) umsteigen. Ich bekomme die Features von Tado sehr einfach mit Home Assistant umgesetzt. Zudem bin ich mit der Batterielaufzeit insb. der Thermostate total unzufrieden, meine billig aqara Sensoren halten wesentlich länger

    1. Tado sollte die API lokal über die Bridge erreichbar machen. Zum einen ist der Nutzer dann unabhängig vom Internet, wenn er nur seine Thermostate verstellen möchte (!!) und zum anderen hat tado keine Last mehr auf seinen Servern. Das bringt wieder zwei Vorteile. Der Nutzer ist unabhängig vom zukünftigen Betrieb der Server und Tado könnte sich die Tränen wegwischen.

      Ich verstehe schon, dass Tado ein System anbietet, das vom Grundgedanken eher einem geschlossenen System als komplette Lösung entspricht und nicht etwa als einzelne Thermostate zu sehen sind, die man nach Belieben in HA oder so einbindet. Aber der eine oder andere zusätzliche Eingriff bringen erst die Flexibilität, die es am Ende perfekt macht.

    1. Ja klar, es gibt viele Möglichkeiten hier. Aber Tado entschließt sich für das geschlossene System. Somit ist es für mich nicht mehr zu gebrauchen.

      Das ganze ist auch ein Lehrstück für mich, mich nicht auf Hersteller zu verlassen. Das macht mir jetzt wieder Arbeit und kostet Geld.

  2. Ich setze hier hauptsächlich deswegen auf Home Assistant, damit alles, was hier automatisiert ablaufen soll, auch lokal gesteuert wird. Etwas, das nur über die Cloud auch von HA gesteuert wird, nutze ich nicht. Daher kommen solche Lösungen nicht ins Haus.
    Nicht ganz so wichtige Daten wie Wetterbericht und Benzinpreise hole ich natürlich trotzdem aus der Cloud, die werden aber nur angezeigt. Meine Heizungsdaten bekomme ich auch aus der Cloud, aber die steuere ich nicht mit HA, die kann das selber schon perfekt.

    Gerade diese Cloud-Abhängigkeit bei Homekit (noch nicht einmal die Konfiguration kann man lokal sichern und zu einem beliebigen Zeitpunkt wieder herstellen) hat mich vor sieben Jahren dazu bewogen nach zwei Jahren mit Homekit umzusteigen.
    Jetzt gibt es vollautomatisierte Backups, von denen ich weiß, daß sie auch hunderprozentig funktionieren, selbst wenn es auf einer anderen Hardware zurückgespielt wird.

    Außerdem gibt es als geniales Sahnehäubchen visualisierte Debugmöglichkeiten von Automatisierungen, bei denen man sofort sieht, wo es hakt.

  3. Warum erzeugt eine Abfrage der Temperatur meines eigenen Thermostats Serverkosten bei Tado?
    Da liegt doch schon der Hund begraben!
    Habe Tado mal ausprobiert und kann es definitiv nicht weiterempfehlen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert