DMA: Apple-Studie zeigt, dass Preise im App Store nicht gesunken sind

Veröffentlicht von Analysis Group

Flagge der Europäischen Union.

Es darf durchaus kritisch gesehen werden, wenn Unternehmen selbst Aufträge für Studien zu einem für sie passenden Thema vergeben: Wirklich unabhängige Ergebnisse darf man in den meisten Fällen nicht erwarten, da sich der Auftraggeber mit der Studie oft selbst bestätigt fühlen möchte.

Auch Apple hat nun eine Studie der Analysis Group zum Digital Markets Act und seine preislichen Auswirkungen auf den App Store laut Aussage der ausführenden Marktforscherin Jane Choi, Ph.D. „unterstützt“. Weiter heißt es kleingedruckt auf dem Titelblatt der Studie, „Die Schlussfolgerungen und Meinungen sind ausschließlich die des Autors.“


Betitelt mit „What Happens to App Prices when Developers Pay Lower Commission Fees? – Evidence from the European Union“ („Was passiert mit den App-Preisen, wenn Entwickler niedrigere Provisionen zahlen? – Erkenntnisse aus der Europäischen Union“), soll die Studie aufzeigen, wie sich die Preisgestaltung im App Store vor und nach der Einführung reduzierter Entwickler-Gebühren durch den Digital Markets Act (DMA) in der EU entwickelt hat. Wenig überraschend liefert die Studie das Ergebnis, dass der DMA nicht zu niedrigeren Preisen für die Verbraucher bzw. Verbraucherinnen geführt habe.

Die Europäische Kommission geht davon aus, dass Entwickler und Entwicklerinnen, die geringere Gebühren zahlen, diese Einsparungen in Form niedrigerer Preise an die Apple-Kundschaft weitergeben. Die Studie legt jedoch nahe, dass niedrigere Gebühren nicht zu niedrigeren Preisen im App Store geführt haben.

Für die Studie untersuchte die Analysis Group insgesamt 41 Millionen Transaktionen für 21.000 kostenpflichtige Anwendungen und In-App-Käufe im App Store. Die App-Preise wurden für drei Monate vor der Anmeldung der Entwickler und Entwicklerinnen zu den alternativen Geschäftsbedingungen mit den Preisen für drei Monate nach ihrer Anmeldung verglichen. Die Studie ergab, dass die Preise in 91 Prozent der Fälle nicht sanken, obwohl die App Store-Gebühren durchschnittlich um 10 Prozent gesunken waren. Einige Entwicklerteams erhöhten sogar ihre Preise.

Die fünf größten Entwicklerteams reduzierten ihre Preise nicht

Die Studie zeigt weiterhin auf, dass die fünf größten App-Entwickler in der EU ihre App-Preise trotz der reduzierten Gebühren nicht änderten, sondern die zusätzlich generierten Einnahmen für sich behielten. Analysis Group liefert auch entsprechende Zahlen: Geschätzt wurden rund 20,1 Millionen Euro weniger an App Store-Provisionen an Apple gezahlt, über 86 Prozent der Einsparungen gingen an Entwickler und Entwicklerinnen außerhalb der EU. Wenn diese ihre Preise doch gesenkt hatten, betrug der durchschnittliche Rückgang 2,5 Prozent. Apple argumentiert, dass dies nichts mit dem DMA zu tun habe, da man einen ähnlichen Effekt auch bei der Einführung des App Store Small Business-Programms beobachtet habe.

Insgesamt kommt die Studie zum Ergebnis, dass sich im Verlauf von acht Monaten der Prozentsatz der Gebührensenkungen nicht verändert hat. Auch die Core Technology Fee, die an Apple gezahlt werden muss, wenn mehr als eine Million Erstinstallationen pro Jahr verzeichnet werden, sorgte nicht für veränderte Ergebnisse: Rund 80 Prozent der Apps aus der Studie würden die CTF nicht zahlen.

Apple hat sich im Rahmen der Studie mit einer Stellungnahme gemeldet und gibt an, dass der Digital Markets Act der EU sowohl Datenschutz als auch Sicherheit verringert habe, ohne die Ergebnisse zu erzielen, die die EU-Gesetzgeber erwartet habe (via MacRumors).

„Die DMA hat ihre Versprechen nicht eingehalten und führt zu weniger Sicherheit, weniger Datenschutz und einer schlechteren Erfahrung für Verbraucher in ganz Europa. Diese Studie liefert weitere Belege dafür, dass die DMA den Verbrauchern keine Vorteile in Form niedrigerer Preise bringt. Gleichzeitig wissen wir, dass die Verordnung neue Hindernisse für Innovatoren und Start-ups schafft und die Verbraucher neuen Risiken aussetzt.“

Abschließend wichtig zu wissen ist, dass die Studie von Apple in Auftrag gegeben und finanziert wurde, und daher nicht als unabhängig bezeichnet werden kann. Zudem beschränkt sich die Studie lediglich auf Daten aus dem App Store sowie Apps, die die Dienste von Apple verwenden: Preise aus dem Internet oder von alternativen App-Marktplätzen sind in die Ergebnisse nicht mit einbezogen worden.

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Ich bin seit 2011 Teil des appgefahren-Redaktionsteams und war schon immer an Innovationen im Tech-Bereich und Gadgets interessiert. Wann immer es praktisches Outdoor-Zubehör oder interessante Foto-Apps gibt, bin ich Feuer und Flamme, denn auch in meiner Freizeit bin ich gerne mit dem Rad oder der iPhone-Kamera unterwegs. Seit einiger Zeit nutze ich aktiv das Fediverse und berichte über neue Apps, Dienste und Entwicklungen.

Kommentare 8 Antworten

  1. Also ich glaube der Studie. Auch brauchte es dafür keine Studie. Gesundes Verständnis vom echten Leben reicht. Die Politiker meinen ja auch, dass bei Senkung von Mineralölsteuer oder MwSt im Restaurant, der Kunde weniger zahlt.

        1. Also bei den Gastronomen wurde es zumindest so formuliert dass damit die Gastronomen Entlastet werden sollen und das heißt eben nicht dass Preise für den Endkunden gesenkt werden sollen.

  2. Ich glaube.
    Ich glaube an den hl. Geist, ans MacBook und seinem Sohn.Ich glaube an Jesus, an Christus, seiner Mutter und an die Kirche mit Wlan.
    Ich glaube, dass die Senkung irgendeiner Umsatzsteuer an den Kunden durch Erhöhung weiter gegeben wird.

    Ich glaube dass Gott die bestrafen wird, die mir hier auf Erden was vorgaukeln.

    Ich glaube an Tim, seinen ex-Stylisten und an Apple, dem Geschröpf des Jahres..
    🙏🙏🙏

  3. Dann ist ja umso so besser, dass unser alle nährende Mutter, die EU, nun um ein Gesetz reicher ist, mit dem sie ihre Kinder an die Kandarre nehmen kann. Wieder ein Schritt näher an der totalen Kontrolle.

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